Was ist neu in InDesign CS6? Top oder Flop?

CS6 ist da. Mit den gewohnten Creative Suite Paketen und dem neuen Creative Cloud Mietmodel möchte Adobe eine neue Ära einleiten.

Seiten wie Adobe, Video2Brain, Lynda.com, indesignsecrets.com bieten bereits eine gute Übersicht über die neuen Funktionen und es benötigt nicht unbedingt noch mal eine Selbige auf indesign-world.com. Deshalb habe ich mich entschieden auch mal die negativen und oftmals ungezeigten Seiten der neuen Funktionen zu erwähnen.

Alternatives Layout:
Man kann mehrere Layouts in ein Dokument einbinden. So kann eine horizontale Version sowie eine vertikale Version, z.B. für das iPad sowie ein sogenanntes Rendition wie z.B. eine iPad 3 Version in einem Dokument aufgebaut werden. Schade allerdings, dass das Grundlinienraster (mit dem sehr häufig gearbeitet wird) nicht pro alternative Version angepasst werden kann. So ist die Grösse vom neuen iPad Display doppelt so hoch und so breit wie seine Vorgänger. Wird jedoch mit einem Grundlinienraster gearbeitet, kann die Gestaltung nicht ohne weiteres auf die doppelte Grösse gebracht werden. Selten fängt das Grundlinienraster einer horizontalen und vertikalen Version auf derselben Position an. Somit muss bei Anwendung eines Rasters mit Bedacht gearbeitet werden.

Alternatives Layout und die ADPS:
Mehrere Renditions in einem Dokument werden nicht vom Folio Builder erkannt.
Eine im Dokument hinterlegte Aufteilmöglichkeit gibt es auch nicht. Um also ein digitales Magazin zu erzeugen muss man pro Kapitel und pro Rendition jeweils eine separate Datei erstellen.
Im Endeffekt ist die Arbeit mit alternativen Layouts in der ADPS nicht sehr vorteilhaft. Schade Eigentlich. Denn die Idee ist gut.

Liquid Layout:
Liquid Layout (dynamische Anpassung an die Grösse der Quelle) ist eine tolle Funktion und wird wohl Schätzungen nach bei ePub, HTML und digitalen Publikationen, Verwendung finden. Die dortige Integration ist allerdings noch nicht vollzogen und so können Liquid Layouts derzeit nur in InDesign selber ausprobiert werden. Ob diese Funktion jetzt schon zum Einsatz kommen wird, muss sich wohl noch zeigen.

Flexible Textgestaltung:
Hier fehlt eindeutig ein Maximalwert oder eine Randbegrenzung. So kann ein Text sich nach belieben auf der Seite ausdehnen. Hier ist noch eindeutig ein Handlungsbedarf seitens Adobe.

Interaktive HTML-Elemente:
Die integrierten Animationen sind noch immer nur Flash. So muss man den Umweg über interaktive HTML-Elemente wählen sind HTML-Animation aus Edge, Hype und Motion Composer erwünscht. Einige HTML Inhalte wie eine Google Karte sind nicht dynamisch und werden beim Liquid Layout nicht mit vergrössert oder verkleinert. Ein manuelle Anpassung ist notwendig.

ePub:
  • Kein "Margin Top" mehr.
  • Unübersichtlich viele Styles/CSS-Klassen.
  • Verankerte Kasten bei einem reflowable ePub haben fixe Grössenwerte.
  • Die neuen Listen beinträchtigen die Barrierefreiheit und den Lesefluss. Nacharbeiten an den Listen sind Aufwändiger.
  • Adobes Antwort auf fixed Layout ist experimentell und befindet sich noch in der Entwicklung. Einen Reader dafür gibt es noch nicht.

Mir ist schleierhaft welche Verbesserungen diese Änderungen bringen sollen.

Fussnoten Wünsche:
Ignoriert und ausgelassen.


Das soll nicht heißen dass InDesign CS6 schlecht ist. PDF Formen, PNG Export, Export interaktiver Adobe PDF-Seiten, Berechnungen für Eingabefelder, PDF-Export in Graustufen, ... sind durchaus Funktionen die zu schätzen sind.

Ich arbeite sowohl an ePubs, sowie mit der ADPS als auch an Printdokumenten und muss sagen, dass die Entscheidung ob ein Upgrade oder kein Upgrade gemacht werden soll, selten so schwer fällt. Irgendwie wollen die positiven Aspekte, die negativen Aspekte nicht überzeugend genug übertreffen.

Für die Trainings und Workshops wird CS6 gebraucht. In der Produktion sollte man abwägen ob CS5.5 nicht doch noch seinen Dienst erledigt und gewartet werden kann bis die Kinderkrankheiten beseitigt sind. Zumindest dies sollte uns CS5 gelehrt haben.
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Präsentation der Creative Suite 6

Adobe stellt am Montag, dem 23. April 2012 ab 19:00 Uhr (in Englisch) die Creative Suite CS6 sowie deren neuestes Mietpaket, die Creative Cloud vor. Die Auslieferung erfolgt ersten (inoffiziellen) Angaben nach ab dem 07. Mai 2012. Die deutsche Präsentation ist am 26. April 2012 ab 17:00 Uhr.

Wir können gespannt bleiben, welche Neuerungen uns erwarten.

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Fussnotenwünsche CS6

Wiedermal sind die Fussnotenwünsche in InDesign CS5 nicht erhört worden und in diversen Beiträgen im Internet geht es heiß her. Wie auch schon die InDesign Versionen davor werden wir nun für InDesign CS6 versuchen Adobe zu überzeugen die Fussnotenfunktionen zu erweitern und abzuändern.

Jochen Uebel
hat im hilfdirselbst.ch Forum bei InDesign einen Thread gestartet indem die Wünsche an Funktionen eingereicht werden können. Folgende beeindruckende Liste ist bereits dabei entstanden:

  • Die Fussnoten- / Endnotenkompatibilität zwischen Word und InDesign zu verbessern (in Punkto Import und Optionen)
  • bei Bedarf Neunumerierung ab 1 innerhalb eines Textabschnitts (ab einer bestimmten Marke oder einem bestimmten Absatzformat); eventuell durch Profilsteuerung oder Fussnotenstile
  • Mischung von Numerierungsarten (z.B. am Anfang Sternchenfußnoten - etwa zu Metaangaben bei Autorenbeiträgen, die getrennt sind von inhaltlichen Fußnoten); auch in den Profilen definiert
  • Die Möglichkeit, die Reihenfolge dieser vermischten Fussnoten frei zu wählen
  • Jeden Fussnotenprofil/-stil eine Shortcut zum Einfügen der Fussnote im Texte, zu geben
  • Fussnotenprofile/-stile zu exportieren und zu importieren.
  • Synchronisation dieser Profile/STile in einem Book zu gewährleisten.
  • zwingende Berücksichtigung der Schusterjungen- und Hurenkinder-Einstellung (bei dreizeiligen Fußnoten habe ich trotz gegenteiliger Einstellungen im AF immer wieder Hurenkinder - wenn schon ein Verstoß dagegen, dann lieber mit Schusterjungen).
  • Mehr Flexibilität mit der Definition des Abstands zwischen Text und Fußnote, um ggf. Umbruch besser steuern/ausgleichen zu können; als Grundeinstellung wie gehabt, aber mit der Möglichkeit, die Abstände bei Bedarf je Seite anpassen zu können.
  • Option, Fußnoten einspaltig unter alle Spalten eines Spaltentextes laufen zu lassen; Option, Fußnoten mehrspaltig unter einer selbstdefinierten Textspalte laufen zu lassen;
  • Option die Fussnote nur in einer bestimmten Spalte laufen zu lassen
  • Option Fussnoten unterhalb des Textrahmens oder ausser des Satzspiegels zu platzieren.
  • Option, den Fußnotenapparat nicht unter den Haupttext, sondern außen (oder auch innen?) in die Marginalspalte zu setzen (Positionierung in der Marginalspalte oder als mitlaufender Kasten);
  • Einfügen der Fussnoten in selbsdefinierten Kasten auf der Musterseite(n)
  • Möglichkeit, das Zeichenformat für Fußnotenziffern in der Fußnote so definieren zu können wie das Zeichenformat für Fußnotenziffern im Text; --> Ergänzung: Prefix und Suffix von Fußnoten-Nummerierung im Text. / Prefix und Suffix muss getrennt definierbar sein. / Für Prefix und Suffix müssen getrennte Zeichenformate angewendet werden können, die die Typographie wieder spiegeln. und auch Prefix und Suffix vom Fußnoten-Text / Prefix und Suffix muss getrennt definierbar sein. / Für Prefix und Suffix müssen getrennte Zeichenformate angewendet werden können, die die Typographie wieder spiegeln. Für die Fußnotennummer sollte ein eigenes Zeichenformat definiert werden können.
  • Möglichkeit, auch mit einzelnen längeren Fußnoten, die sich über mehrere Seiten erstrecken, umzugehen (z.B. anzugeben, dass eine bestimmte Zahl an Zeilen des Haupttextes [etwa 2-3] „mitlaufen“)
  • Möglichkeit, im Einzelfall die strenge Regel „Fußnote auf der Seite platzieren, wo der Verweis erscheint“ aufzuheben (z.B. bei Häufung von vielen Fußnotenverweisen in den letzten beiden Zeilen eines Absatzes oder wenn sich eine längere Fußnote über mehrere Seiten erstreckt); Eventuell durch ein Fussnoten-Zeilen- oder Seiten Sprung Zeichen
  • Verwaltung mehrerer Apparate
  • Möglichkeit, Fußnoten nicht nur untereinander zu stellen, sondern auch fortlaufen zu lassen – 1 xxxxxx 2 xxx xxx 3 xxxxxx / Mit Möglichkeit ein Trennzeichen einzufügen
  • Fußnotenverweise auch in Tabellen ermöglichen - mit der Definition der Reihenfolge (erst rechts nach links, dann oben nach unten oder oben nach unten, dann rechts nach links)
  • Fußnoten manuell abrufen z.B. direkt unterhalb des aktuellen Absatzes
  • Fußnoten-Nummerierungen der einzelnen Profile kombinieren. Erläuterung: Wir haben öfters den Fall, dass wir mehrere Textrahmen auf einer Seite haben, die nicht miteinander verlinkt sind, jedoch müssen die dort enthaltenen Fußnoten eine fortlaufende Nummerierung erhalten. Hierbei kann es auch vorkommen, dass in einem Textrahmen eine andere Darstellung der Fußnote gewünscht wird.
  • Abweichungen in Fußnoten auf einen Schlag löschen (mit Strg A sämtliche Fußnoten markieren können, bspw. um Abweichungen generell zu löschen, wenn Zeichenformate zugewiesen sind und manche Fußnote nicht die korrekte Absatzformatierung zeigen will)
  • Querverweise auf Fußnotenziffer
  • Fussnotentext, Fussnotenreferenz, Endnotentext und Endnotenreferenz interaktiv zu gestalten so dass wenn man in einem PDF z.B. bei einer Endnote auf die Referenz klickt, direkt zum Text springt und auch wieder zurück.
  • Option, geteilte Fußnoten nur auf Druckbögen zuzulassen (nicht von Vorderseite auf Rückseite)
  • Kontrolle von Verweis und Fußnotentext. D.h. bei mehrspaltigem Text sollte es möglich sein, zu bestimmen, ob der auf dieser Seite vorkommende (komplette) Fußnotentext in zweispaltigem Textfeld nur in der zweiten Spalte unter den Fließtext platziert wird. Oder: zweispaltiger Text, 1. Spalte nur für Text, 2. Spalte nur für Fußnoten - und zwar so, dass die Fußnote in der zweiten Spalte neben(!) dem Verweis erscheint (inkl. Konfliktsteuerung: z.B. bestimmen, was passiert, wenn Fußnote nicht neben Verweis platziert werden kann, weil vorherige ziemlich hoch ist etc.) Das dürfte meines Erachtens eines der schwierigsten Unterfangen sein, ähnlich meinem Wunsch die Fussnoten in einem von mir definierten Textrahmen auf der Musterseite zu platzieren
  • XML Tag Anbindung für Fussnoten
  • Das vertikale Austreiben des Textes auf einer Seite oder über mehrere Spalten muss gewährleistet sein.
  • Eine Endnoten Funktion in InDesign einzubinden
  • Die Möglichkeit, Fußnoten in Endnoten umwandeln zu können und andersherum
  • Die Möglichkeit zu haben, Fussnoten und Endnoten aus Word zu importieren so wie diese in Word erstellt wurden.
  • Das Arbeiten mit Grundlinienraster muss gewährleistet sein.
  • Da wir InDesign-Dokumente auch weitergeben müssen an unsere Kunden muss gewährleistet sein, dass der Umbruch, so wie er von uns erstellt wurde, erhalten bleibt, auch wenn das Plugin nicht auf dem Computer installiert ist.
  • Die Fußnoten-Optionen müssen über Script ansprechbar sein.
  • Für die Linie, die über dem Fußnotentext erscheinen soll, muss auch ein rechter Einzug möglich sein.

In den nächsten Wochen werde ich diese Funktionen analysieren und versuchen mithilfe von Fotomontagen alles in InDesign Menüs darzustellen und für den alltäglichen Gebrauch fit zu machen.

Meine Fortschritte werde ich natürlich hier festhalten!
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